Warum wir Gaffer nicht leiden können !!

Es ist Mittwochnachmittag, der Wachdienst geht seinen normalen Gang.

Plötzlich ertönt der Alarmgong. Die Stimme der Leitstelle ruft durch „Achtung Rettungseinsatz – schwer verletztes Kind nach Verkehrsunfall, es rücken aus…..“

Der Puls aller geht sofort nach oben. Jetzt muss jeder voll konzentriert sein. Bei verletzten Kindern macht sich immer ein mulmiges Gefühl breit. Doch keine Zeit darüber nachzudenken.

Möglichst schnell das Fahrzeug besetzen und bei dem Kind sein, nur das zählt jetzt.

Die Fahrzeuge verlassen die Wache. Es ist nur eine kurze Fahrt bis zum Einsatzort, wenig Zeit über die kommenden Minuten nachzudenken…zum Glück.

Zwei Minuten später, die Einsatzstelle ist erreicht. Der Rettungsdienst und die Feuerwehr steigen aus und kümmern sich um das verletzte Kind.

Schnell ist klar, hier handelt es sich um schwere Verletzungen. Alle Hände werden gebraucht, um dem Kind bestmöglich zu helfen. Ein Rettungshubschrauber wird angefordert.

Erste Gaffer bleiben stehen, und fangen an die Szenerie zu filmen und zu fotografieren.

Der Einsatzleiter erkennt die Situation und muss das Kind vor den neugierigen Blicken der Gaffer schützen.

Es wird eine Decke als Sichtschutz aufgespannt…..vier Hände weniger die helfen können.

Der Rettungshubschrauber meldet sich über Funk. Er braucht nur noch wenige Minuten. Der Landeplatz muss gesichert werden.

Der Hubschrauber ist im Anflug, mittlerweile haben sich gut 100 Gaffer um die Szenerie versammelt und behindern den Einsatz dadurch massiv.

Nun müssen auch noch die Gaffer vor dem landenden Rettungshubschrauber geschützt werden. Wieder müssen helfende Hände abgezogen werden.

Die Rettungskräfte müssen die gierenden Blicke der Gaffer ausblenden und sich voll auf das verletzte Kind konzentrieren. Man darf jetzt keinen Fehler machen.

Das Kind ist im Hubschrauber, jetzt noch den Start absichern, dann ist es geschafft….Bis zum nächsten Einsatz.

Zurück auf der Wache, wird über das erlebte gesprochen, um es zu verarbeiten. In diesem Fall nicht nur das Einsatzgeschehen selber, sondern auch das rücksichtslose und pietätlose verhalten der Gaffer.

Rettungskräfte werden Tag für Tag mit solch schrecklichen Szenen konfrontiert. Jeder einzelne könnte auf diese Bilder sehr gut verzichten, doch manche vergisst man leider nie und Gaffer machen Bild und Videoaufnahmen???

Deswegen können wir Gaffer nicht leiden!

Für die Zukunft: Überdenken Sie Ihr Verhalten und unterstützen Sie uns. Halten Sie Abstand, achten Sie die Würde der Verletzten und machen Sie keine Aufnahmen. Wären Sie in dieser Situation, fänden Sie es auch nicht Witzig!

Ihre Feuerwehr